Steigt der Cortisolspiegel beim Training an?

cortisolKurz Ja, denn während eines Krafttrainings kommt es zu einer ungünstigen Verschiebung zweier Hormone, das Testosteron sinkt ab und das Cortisol steigt über die Dauer kontinuierlich an. Daher auch die Empfehlung das Trainingspensum nicht deutlich über 1 Stunde Dauer auszudehnen. Cortisol ist ein körpereigenes Hormon mit stark katabolen (abbauenden) Eigenschaften. Seine eigentliche Funktion ist die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels. Sind die Glycogenreserven der Leber erschöpft gelingt das nur noch indem die Aminosäuren aus dem Abbau von Muskeleiweiß zu Glucose umgewandelt werden. Cortisol ist dasjenige der katabolen Hormone, das maßgeblich am Abbau der Muskulatur beteiligt ist. Bei einem erfolgreichen Krafttraining wurden Mikrotraumen in der Muskulatur gesetzt, das sind kleine Verletzungen in den Muskelfasern, diese Schäden sind nötig um Muskelwachstum zu erreichen. Wurde in diesem Stadium allerdings noch zusätzlich eine erhöhte Cortisolausschüttung ausgelöst, werden die Schäden im Muskelprotein größer als nötig. Also ist es offensichtlich sinnvoll, den Cortisolspiegel im Körper möglichst niedrig zu halten und das nicht nur für den Bodybuilder, sondern ganz besonders auch für Menschen, die Körperfett reduzieren wollen. Es ist bekannt, dass der Grundumsatz des Menschen hauptsächlich über die Muskelmasse beeinflusst werden kann. Je mehr Muskelmasse eine Person hat, desto mehr Kalorien kann sie verzehren und umgekehrt je mehr Muskelmasse in einer Diät (durch falsche Ernährung und falsches Training) verloren geht, desto mehr muss man die Kalorienzufuhr einschränken, das bedeutet „Hungern“. Man kann sich also vorstellen, dass ein Krafttraining von mehr als einer Stunde kombiniert mit anschließendem exzessiven „Cardiotraining“ zu stark erhöhten Cortisolspiegeln mit dem dadurch ausgelösten Muskelabbau zwar auf der Waage augenscheinlich den Erfolg der Diät suggeriert, aber das nur kurzfristig. Denn schon nach kurzer Zeit sinkt der Grundumsatz und der Diäterfolg ist gefährdet.

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