Wie viel Eiweiß kann der Körper pro Mahlzeit verwerten?

protein-steakZu diesem Thema geistern magische Zahlen durch die Szene z.B. nur 30 g Eiweiß (Protein) in einer Mahlzeit könne der menschliche Körper verwerten. Wie kommen solche Zahlen zustande und was ist davon zu halten? Betrachten wir eine Mahlzeit die aus einem 400 g Rindersteak besteht, das entspricht zirka 90 g Eiweiß. Nach der „30 g Verwertungs-Theorie“ wären das 60 g zuviel. Was geschieht mit diesen 60 g angeblich „nicht verwertbaren Eiweißes“?

Eine Möglichkeit wäre – und um es vorwegzunehmen, es stimmt nicht – das Eiweiß wird ausgeschieden: wenn man Eiweiß im Urin ausscheidet, dann hat man ein gesundheitliches Problem, einen Nierenschaden oder eine bakterielle Infektion. Auch mit dem Stuhl wird das Protein im Normalfall nicht ausgeschieden. Aber genau der Darm ist der Grund für die magische Zahl: das zu einzelnen Aminosäuren aufgespaltene Protein muss im Dünndarm aufgenommen werden. Der menschliche Dünndarm schafft es mit seinen Transportern zirka 30 g Aminosäuren pro Stunde ins Blut zu überführen. Was passiert also wenn man eine Mahlzeit mit 90 g Protein zuführt: es dauert drei Stunden bis alle Aminosäuren im Blut auftauchen, 30 g pro Stunde und der Rest wartet praktisch im Magen bis im Dünndarm wieder Transportkapazitäten frei sind.

„Eiweiß liegt schwer im Magen“ oder positiv ausgedrückt „Eiweiß sättigt sehr gut“. Das sollte man sich während einer Diät unbedingt zunutze machen. Um aber noch einmal auf das Verwerten zurückzukommen, sind die Aminosäuren nun endlich im Körper angekommen, werden sie zur Leber transportiert. Die Leber benutzt einen großen Teil davon um ihre eigene Proteinproduktion zu gewährleisten. Das was die Leber nicht selbst verbraucht, gibt sie an den Körper und damit auch an die Muskulatur ab. Werden aber deutlich mehr Aminosäuren zugeführt werden, als man zum Einbau in körpereigenes Eiweiß gebrauchen kann und man sich überkalorisch ernährt, dann gehen die Aminosäuren den Weg den aller Überschuss an Energieträgern geht: sie landen in den Körperfettdepots. Ausgeschieden werden sie auch dann nicht.

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