Wissenswertes über Aminosäuren (Teil 2)

aminosWelche Aminosäuren man zu sich nimmt, hängt von den momentanen Zielen ab. Möchte man ein bestimmtes Ziel erreichen, so sollte man die für dieses Ziel nützlichen Aminosäuren in größeren Mengen zu sich nehmen.

CARNOSIN

WIRKUNG: Carnosin wirkt sich positiv sowohl auf die Muskelkraft als auch auf die Ausdauer aus. Daneben fördert es das Muskelvolumen und es wirkt als Antioxidant. Auf diese Weise kann es sowohl das Muskelwachstum fördern, als auch durch intensives Training entstandene Muskelschäden reduzieren.

FUNKTION: Carnosin besteht aus zwei Aminosäuren (Histidin und Beta-Alanin), weshalb es manchmal auch als Beta-Alanin-L-Histidin bezeichnet wird. Es verbessert sowohl die Muskelkraft, als auch die Ausdauer, indem es die beim Training entstehende Milchsäure neutralisiert. Es führt auch, ähnlich wie Creatin, zu einer Zunahme an Muskelvolumen. Ferner ist es ein Antioxidant, womit es Schäden an den Muskelzellen, die durch das Training hervorgerufen werden, minimieren kann.

DOSIERUNG: Ungefähr 1 – 1,5 g zweimal pro Tag genommen, sollten ausreichen. Am besten nimmt man Carnosin gleichzeitig mit Taurin, Glutamin und Creatin.

CITRULLIN

WIRKUNG: Diese Aminosäure wird im Körper zu Arginin umgewandelt und kann die Stickoxid- (NO) und die Wachstumshormon-Produktion verbessern. Citrullin ermöglicht ein längeres Training, indem es das Einsetzen der Erschöpfung verzögert.

FUNKTION: Citrullin wird relativ zügig im Körper in Arginin umgewandelt. Auf diese Weise liegt mehr Arginin für die Stickoxid-Produktion und die Auslösung von Wachstumshormon vor. Ferner ist Citrullin am Abtransport von Ammoniak aus dem Körper beteiligt. Ammoniak ist ein schädliches Abfallprodukt des Aminosäurenstoffwechsels, das schnell entsorgt werden muss, da es andernfalls zur Muskelerschöpfung führt und die Denkleistung negativ beeinträchtigen kann. Citrullin-Malat ist die übliche Darreichungsform dieser Aminosäure (Citrullin ist dabei an Malat, oder Apfelsäure, gebunden). Diese Kombination kann auch das beim Training entstandene Lactat (Milchsäure) neutralisieren. Auf diese Weise wird die Erschöpfung beim Training verzögert.

DOSIERUNG: Man kann 3 g Citrullin (als Citrullin-Malat) zweimal täglich auf nüchternen Magen nehmen. An Trai¬ningstagen sollte man eine Dosierung 30-60 Minuten vor dem Training zu sich nehmen und die zweite unmittelbar nach dem Ende des Trainings.

GLUTAMIN

WIRKUNG: Glutamin ist unter Bodybuildern beliebt, weil es die Regeneration nach dem Training, das Muskelwachstum, die Verdauung und das Immunsystem unterstützt. Daneben hat es zahlreiche weitere Funktionen im Stoffwechsel, die für Athleten von Vorteil sind. Es kann auch den Wachstumshormon-Spiegel anheben, die Konzentrationsfähigkeit verbessern und möglicherweise das Verlangen nach Süßigkeiten reduzieren.

FUNKTION: Glutamin ist die mengen mäßig häufigste Aminosäure im Blutstrom. Dank ihrer Funktion im Stoffwechsel kann sie den Abbau von Muskelprotein verhindern. Ferner wird Glutamin als Energiequelle für das Immunsystem herangezogen. Es kann auch die Speicherung von Glykogen in der Muskulatur fördern und das Muskelvolumen verbessern. Es ist auch an der Produktion von Bicarbonat beteiligt (einer Substanz, die Säuren neutralisieren kann). Glutamin gehört nicht zu den essenziellen Aminosäuren, da es im Körper aus anderen Aminosäuren synthetisiert werden kann. Die Zufuhr von Glutamin kann jedoch die körpereigenen Glutaminreserven schonen, was gerade bei intensiver Belastung (zum Beispiel hartem Training) von erheblicher Bedeutung ist. Wird der Glutamin-Speicher im Körper angegriffen, so besteht die Gefahr einer Beeinträchtigung des Immunsystems und des Muskelaufbaus.

DOSIERUNG: Man kann bis zu 5 bis10 g Glutamin zwei bis vier Mal pro Tag auf nüchternen Magen einnehmen. Die folgenden Einnahmezeiten sind empfehlenswert: nach dem Aufstehen, vor und nach dem Training und vor dem Zubettgehen. Anfangs empfiehlt sich eine geringere Dosis, um dem Körper ausreichend Zeit zu geben, sich an diese Aminosäure zu gewöhnen.

TAURIN

WIRKUNG: Taurin kann die Muskelkontraktion unterstützen, was einem erlaubt, beim Training mehr Kraft zu entwickeln. Diese Wirkung trifft auch auf die Herzmuskulatur zu, weshalb es möglich ist, dass Taurin sowohl die Ausdauer als auch die Kraftleistung fördern kann. Taurin scheint auch als Transportmolekül eingesetzt zu werden und ist in der Lage Flüssigkeit in die Muskelzellen einzuschleusen. Dies kann das Muskelwachstum und die Leistungsfähigkeit fördern. Gleichzeitig liefert Taurin der Muskulatur einen gewissen Schutz vor aggressiven Substanzen.

FUNKTION: Taurin ist ein Abbauprodukt des Cysteins, aber nicht direkt eine Aminosäure. Es wird im Körper auf natürliche Weise synthetisiert und ist sowohl am Muskel- als auch am Gehirnstoffwechsel beteiligt. Ferner hat es auch eine Funktion bei der Verstoffwechselung von Fettsäuren. Körperliche Belastung führt zu einem Sinken des Taurin-Spiegels in der Muskulatur, weshalb manche Forscher der Meinung sind, dass eine gezielte Zufuhr von Taurin vor und während des Trainings die Ausdauer und Kraftleistung verbessern und gleichzeitig Schäden an den Muskelzellen verringern kann. Diese Ansicht wird teilweise durch Forschungsberichte untermauert. Taurin ist möglicherweise auch an der Flüssigkeitsaufnahme durch die Muskelzellen beteiligt, weshalb eine Größenzunahme der Muskelzelle durch Taurin möglich ist.

DOSIERUNG: Man kann insgesamt 2 bis 6 g pro Tag verteilt auf zwei Dosierungen zu sich nehmen. Die beste Zeit für die Einnahme ist vor und nach dem Training. Man sollte Taurin zeitgleich mit Carnosin und Glutamin sowie Creatin zu sich nehmen. Auf diese Weise werden das Muskelwachstum und die Kraftzunahme gefördert. Energiedrinks enthalten oft bis zu einem Gramm Taurin.

TYROSIN

WIRKUNG: Um die Intensität im Training zu verbessern, sollte man morgens Tyrosin zu sich nehmen. Tyrosin hat einen anregenden Effekt auf den Geist und den Körper und kann sowohl die Konzentrationsfähigkeit verbessern als auch die Fettverbrennung anregen und den Appetit zügeln.

FUNKTION: Tyrosin wird im Stoffwechsel über mehrere Stufen in das Hormon Noradrenalin (Norepinephrin) umgewandelt. Noradrenalin ist ein wichtiges Hormon und Botenstoff im Nervensystem. Es erhöht die Aufmerksamkeit und die Stoffwechselrate, was wiederum die Fettverbrennung anregt. Die meisten Fettverbrenner versuchen auf die eine oder andere Weise die Wirkung von Noradrenalin zu imitieren. Die Umwandlung von Tyrosin zu Noradrenalin geht über die Zwischenstufe des sogenannten Dopamins, einer Substanz, welche die Aufmerksamkeit und die Konzentration während des Trainings verbessern kann.

DOSIERUNG: Man kann 1 bis 2 g Tyrosin auf nüchternen Magen zweimal pro Tag zu sich nehmen. Falls Sie sich vor dem Training etwas erschöpft fühlen, sollten Sie 1 bis 4 g Tyrosin ungefähr eine Stunde vor dem Training auf nüchternen Magen konsumieren. Tyrosin sollte bei psychischen Erkrankungen oder Hautkrebs vermieden werden. Wer nachts Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen hat, sollte Tyrosin nicht nach 15:00 Uhr einsetzen.

Wissenswertes über Aminosäuren (Teil 2 von 2)

Ein Gedanke zu „Wissenswertes über Aminosäuren (Teil 2)

  • 26. Dezember 2015 um 09:19
    Permalink

    Nette Übersicht. Anstatt Carnosin kann man auch Beta-Alanin ergänzen was zu einer Carnosinerhöhung in den Muskelzellen führt.

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