Gepuffertes Creatin vs. Creatinmonohydrat

Seit einiger Zeit gibt es eine Neuerung auf dem Creatinmarkt, so genanntes „gepuffertes Creatin“.

Hintergrund: Creatin zerfällt in Flüssigkeiten nach und nach zu Creatinin und wird damit unwirksam, da nur Creatin selbst die Effekte in der Muskelzelle auslöst und Creatinin als Abfallprodukt über die Niere ausgeschieden werden muss. Negative Effekte hat Creatinin allerdings wie oft behauptet wird beim Stoffwechselgesunden nicht. Der Zerfall von Creatin zu Creatinin hängt ab vom pH-Wert der Flüssigkeit. Je höher der pH-Wert desto stabiler ist das Creatin, also desto langsamer der Zerfall.

ph-wertWas ist der pH-Wert: der pH-Wert einer Lösung gibt an ob sie sauer (als Säure) oder basisch (als Lauge) reagiert. Je niedriger der pH-Wert desto saurer die Lösung, je höher desto basischer. Wasser gilt als neutral und hat einen pH-Wert von 7. Bei einem pH-Wert von 12 ist Creatin stabil und genau damit wird beim „gepufferten Creatin“ geworben. Die Pufferung wird durch Bindung von Natriumhydrogencarbonat an Creatin erreicht. Natriumhydrogencarbonat oder auch Natriumbicarbonat oder kurz Natron genannt ist Bestandteil des Speisesodas, Backpulvers, Bullrichsalz und Feuerlöschpulver.

Was bedeutet eigentlich puffern: Ein Puffer hält den pHWert einer Lösung konstant auch wenn man der Lösung Säuren oder Basen dazugibt. Das so „gepufferte“ Creatin soll einen pH-Wert von 12 haben.

Dadurch ergeben sich einige Fragen, die auch durch mehrfache Anfrage beim Hersteller nicht beantwortet wurden. Abgesehen davon, dass keinerlei Aussage getroffen wurde, in welcher Flüssigkeit der pH-Wert des gepufferten Creatins gemessen wurde (üblicherweise Wasser) wäre es bedenklich, wenn das Creatin wirklich mit einem pH von 12 getrunken werden sollte. Das wäre so als würde man Seifenlaugeschlucken, die Folgen für die Speiseröhre wären dramatisch. Aber selbst wenn man diesen Schritt noch unbeschadet überleben würde, was passiert wenn eine pH 12 Flüssigkeit in den Magen gelangt wo ein pH von 2 herrscht? Puffert es dann die Magensäure ab, die man braucht für die Verdauung und zum Schutz vor Keimen? Wenn nicht, dann wäre der pH niedrig also könnte man gleich Creatinmonohydrat verwenden. Genauso bleibt offen, was passiert wenn man das Creatin in (saure) Fruchtsäfte einrührt, wie z.B. in Traubensaft. Alles in allem sind die Aussagen so nicht wissenschaftlich fundiert, doch Wissenschaft hin oder her, es bleibt abzuwarten wie die Bodybuilder/Fitness-Sportler den Effekt von gepufferten Creatin in der Anwendung bewerten…

Ein Gedanke zu „Gepuffertes Creatin vs. Creatinmonohydrat

  • 7. August 2016 um 00:31
    Permalink

    Kann ich nur zustimmen. Gepuffertes Creatin klingt nicht so richtig sinnvoll. Monohydrat hat sich scheinbar durchgesetzt. Ich verwende z.B. das von VitaminExpress (vitaminexpress.org) und bin sehr zufrieden damit.

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