Was kann man gegen Cellulite tun?

celluliteCellulite entsteht wenn die Fettzellen im Unterhautfettgewebe sich anfüllen und zwischen den Bindegewebsfasern hindurchdrängen. Der Grund warum sich Cellulite meist nur auf Frauenbeinen zeigt, liegt in der hormonellen Situation der Frauen begründet. Während bei Männern das Bindegewebe nicht nur längs- und quervernetzt ist, sondern auch noch diagonal, sorgt das Östrogen bei Frauen für eine leichte Dehnbarkeit des Bindegewebes – nötig bei Schwangerschaften – und eine diagonale Vernetzungen finden nicht statt. In den Wechseljahren, manchmal auch schon im 20. Lebensjahr, vermindert sich ausserdem das Kollagen der mittleren Hautschichten. Die Fettzellen drücken dadurch leichter ihr Profil von unten nach oben durch die Haut. Das Bindegewebe sieht also aus wie das Nahtmuster einer Steppdecke. Zudem fördert das Östrogen noch die Einlagerung von Fett und Wasser in die Unterhautfettzellen, wodurch diese sich noch mehr Aufblähen, das kaum vernetzte Bindegewebe ist machtlos.

Die beste Waffe gegen Cellulite wäre Vorbeugung, also mit Sport und Ernährung zu verhindern, dass Cellulite überhaupt entsteht, doch dieser Tipp kommt für die meisten Frauen zu spät. Trotzdem ist nicht alles verloren, wenn die unschönen Dellen sich schon auf den Oberschenkeln ausgebreitet haben.

Die Ernährung

Da das Hautbild der Cellulite sich nur verbessern lässt, wenn die schon vorhandenen Fettzellen entleert werden, kommt der Ernährung eine besondere Bedeutung zu. Normalerweise wird empfohlen sich fettarm zu ernähren und viel Obst zu essen. Das ist auch in sofern sinnvoll, als dadurch meist ohne Kalorien zu zählen, weniger Nahrungsenergie zugeführt wird, was zu einem Abbau von Körperfett führt. Dadurch werden die Fettzellen entleert. Man kann den Erfolg jedoch noch stark verbessern in dem an auch auf die Menge der zugeführten Kohlenhydrate achtet und diese weitmöglichst durch Eiweißquellen und hochwertige Fette ersetzt. Damit bewirkt man auf zwei Ebenen eine Verbesserung: Fettabbau und Körperstraffung!

Die Insulinproblematik

Wenn man die Kohlenhydrate zugunsten von Eiweiß reduziert, vermindert man die Insulinausschüttung. Beim Verzehr von Kohlenhydraten schüttet der Körper Insulin aus um die aus dem Abbau der Kohlenhydratquellen entstehende Glucose (Traubenzucker) aus dem Blut (Blutzucker) in die Körperzellen aufzunehmen. Doch leider gelangt die Glucose auf diese Weise in ALLE Körperzellen, also auch in die Fettzellen wo sie in Depotfett umgewandelt wird, was die Fettzellen im Unterhautfettgewebe wieder zum Anschwellen bringt. Die über Jahre gepredigte Aussage »Kohlenhydrate machen nicht dick« kann also so nicht aufrechterhalten werden. Je mehr Kohlenhydrate man zugunsten von Eiweiß einspart, desto größer der Erfolg. Ganz besonders sollte man auf die Art der Kohlenhydrate achten und diejenigen bevorzugen, die einen niedrigen Glykämischen Index (GI), bekannt auch unter dem Stichwort „Glyxdiäten“, aufweisen, also solche die den Insulinspiegel nur wenig zum Steigen bringen. Dazu gehören vor allem Gemüsesorten. Etwas vorsichtig hingegen sollte man beim übermäßigen Verzehr von Vollkornprodukten und süßen Obstsorten, die nämlich sehr viel Kohlenhydrate liefern, was trotz niedrigem GI den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lässt. Am besten auf Vitamin C reiche Sorten wie rote Paprika, Broccoli, Zitrusfrüchte oder auch Erdbeeren zurückgreifen. Vitamin C spielt eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung des Bindegewebes, also bei dessen Festigung, was wiederum das Hautbild deutlich verbessert und so die Cellulite sichtbar vermindert.

Der Vorteil einer eiweißreichen Ernährung

Stellt man die Ernährung auf eine eiweißreiche Kostform um, hat man nicht nur den Vorteil der geringeren Insulinausschüttung und somit eines verbesserten Fettabbaus, sondern an ermöglicht das, was gemeinhin als „Körperstraffung“ bezeichnet wird, nämlich den Aufbau und Erhalt der Muskulatur. Auch das Kollagen des Bindegewebes ist ein Eiweiß und benötigt zur Erneuerung und Stärkung ständig neue Bausteine in Form von Aminosäuren (aus den mit der Nahrung verzehrten Proteinen). Also Vorsicht mit Crash-Diäten oder eiweißarmen Diäten, denn das Hautbild verschlechtert sich, statt sich wie gewünscht zu verbessern, da die Bindegewebsstrukturen bei einer solchen Diät abgebaut werden wodurch die Fettzellen noch mehr »außer Rand und Band« geraten. Das Gleiche gilt auch für die Muskulatur: führt man mit der Nahrung im Rahmen einer Diät zuwenig Eiweiß zu, dann wird Muskeleiweiß abgebaut und die Muskulatur wird nicht wie gefordert gekräftigt, sondern jetzt geschwächt. Die Körperformen verschlechtern sich und zusätzlich verliert man hierbei das Gewebe, das als einziges in großem Umfang Energie verbraucht, also bestimmt wie viel wir essen können ohne an Fett zuzunehmen. Je mehr Muskeln je mehr Kalorien kann man essen, desto weniger Körperfett baut man auf. Die Eiweißquellen sollten bevorzugt fettarme Fleischsorten, fettarme Milchprodukte und Insulinkristalle Fisch darstellen. Hochwertige Proteinkonzentate haben zudem den Vorteil, dass sie fast alle Kalorien ausschließlich aus Eiweiß liefern, da sie kaum Kohlenhydrate und kaum Fett enthalten. Außerdem sind sie i.d.R. purinfrei. Achtung: Wenn Sie ihren Eiweißkonsum erhöhen, sollten Sie unbedingt auf eine ausreichende Trinkmenge achten.

Sport

Generell ist jede Form von Sport geeignet um Cellulite entgegen zu wirken, doch am Besten wirkt Krafttraining. Ausdauersport hilft auf jeden Fall Körperfett zu verbrennen und somit die Fettzellen zu verkleinern, ein wichtiger Teilerfolg im Kampf gegen die Cellulite. Doch den besten Erfolg haben Frauen, die ein Krafttraining im Kraft- oder Kraftausdauerbereich absolvieren. Dem entgegen steht die Angst vieler Frauen, durch Krafttraining riesige Muskelberge aufzubauen. Doch hier sei ganz klar darauf hingewiesen, dass Frauen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung überhaupt nicht in der Lage sind, auf ein normales Krafttraining mit riesen Muskelzuwächsen zu reagieren. Die moderaten Muskelzuwächse werden den Frauen gemeinhin unter dem Begriff »Körperstraffung« schmackhaft gemacht. Und es ist ja auch so, keine schöne Körperform wird durch Körperfett gebildet sondern immer nur durch feste Muskulatur. Also keine Angst vor Krafttraining, Sie werden mit Sicherheit davon profitieren. Am besten zur Straffung des Pos und der Oberschenkel eignen sich Kniebeugen und Ausfallschritte, die absoluten Favoriten wenn es um schöne Körperformen geht und die in keinem Trainingsprogramm fehlen dürfen. Liegen die Frauen in einem Bereich von 15-20 Wiederholungen pro Satz Kniebeugen/Ausfallschritten, dann werden sie mit Sicherheit keine Beine à la Arnold Schwarzenegger aufbauen, sondern die Oberschenkelumfänge werden gleich bleiben (oder sich sogar verringern), nur die Konsistenz der Oberschenkel wird sich ändern, sie werden fest und knackig aussehen und sich auch genauso anfühlen.

4 Gedanken zu „Was kann man gegen Cellulite tun?

  • 24. Oktober 2009 um 14:22
    Permalink

    Ja, Eiweiss wäre ein Lösung

  • 27. August 2010 um 11:55
    Permalink

    Sind wirklich nette Ideen und TIpps die man im Alltag bestimmt umsetzen kann!
    Aber es gibt ja noch viele andere Therapieformen. Unter anderem habe ich mal ein System getestet, das mit Stoßwellen gearbeitet hat und \Slimspec\ heißt. Die Cellulite geht davon nicht ganz weg (das schafft sowieso gar keine Creme, Therapie, etc. niemals!!!) aber es ist davon deutlich besserer geworden.
    Testergebnisse einer anderen Anwenderin kann man im Internet auf http://slimspecblog.wordpress.com sehen. Ich war positiv angetan und kann es nur weiterempfehlen !!!

  • 26. Dezember 2011 um 00:03
    Permalink

    Sehr informativer Bericht. Obwohl ich sehr viel Sport gemacht habe und auch nicht übergewichtig bin, konnte ich meine Cellulite nicht in den Griff bekommen. Erst die Umstellung der Ernährung hat bei mir geholfen. Proteine aus Fisch und Geflügel, statt fettige Wurstwaren, viel Obst und Gemüse.

    LG Anita

  • 10. Februar 2017 um 18:10
    Permalink

    Die richtige Ernährung und das passende Workout machen viel aus. Cremes und Behandlungen kratzen nur an der Oberfläche und sind deshalb nicht sehr effektiv. Viel Wasser trinken wäre auch ein Tipp, um den ganzen „Müll“ aus dem Bindegewebe zu spülen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.